ABBA wird vierzig und seit drei Jahrzehnten existiert die Band nicht mehr. Was für ein 2012er Ereignis. Ende der Siebziger war Agnetha für mich die unerfüllte Sehnsucht eines frühen Teenies und irgendwie war musikalisch und personell für jeden etwas dabei. Das melancholische „The Day Before You Came“ der letzten Platte „The Visitors“ war auf der Klassendisko der ultimative Rausschmeißer. Wer bis dahin kein Mädchen hatte, blieb an diesem späten Nachmittag allein.

Die Schweden von ABBA gehörten zu den weltweit populärsten Musikgruppen ihrer Zeit. Die Gruppe bestand aus den zwei Paaren Agnetha Fältskog / Björn Ulvaeus sowie Benny Andersson / Anni-Frid Lyngstad und gründete sich 1972. Ihren internationalen Durchbruch schaffte sie 1974 mit dem Sieg ihres Titels Waterloo beim Eurovision Song Contest im englischen Brighton.

„Waterloo“:

Wer nun glaubte, ABBA würden schnellstmöglich und kometenhaft aufsteigen, der irrte. 1974 startete ABBA mit ihrer ersten größeren Europa-Tournee, bei der die Gruppe unter anderem in sieben bundesdeutschen Städten gastierte. Das Publikum reagierte überwiegend zurückhaltend und der erhoffte Erfolg außerhalb Skandinaviens blieb zunächst aus. Keines der Konzerte war ausverkauft, in der Wiener Stadthalle beispielsweise war weniger als ein Viertel der vorhandenen Plätze belegt. Unglaublich: Das Konzert in Düsseldorf, sowie das einzige in der Schweiz angesetzte Konzert wurde wegen des schwachen Vorverkaufs sogar abgesagt.Ab 1975 trat dann dennoch der Erfolg für ABBA ein. Besonders in Großbritannien, dem Mutterland des Pop sowie anderen europäischen Ländern, Australien und später auch in Lateinamerika wurde die Band gefeiert. Mit schätzungsweise 370 Millionen verkauften Tonträgern gehört ABBA zu den erfolgreichsten Bands der Musikgeschichte. Ihr 1992 postum veröffentlichtes Best-of-Album wurde über 28 Millionen Mal verkauft und zählt zu den weltweit erfolgreichsten Alben.

Als künstlerischen Höhepunkt der ABBAs könnte man die Zeit zwischen etwa 1976 und 1980 einordnen. Ein Hit nach dem anderen und dennoch unverwechselbar. Das „Typenkonzept“ ging auf, die Marke ABBA vermarktete sich blendend. Erste innerbetriebliche Spannungen und die Trennung von Agnetha und Björn störten – zumindest nach außen – niemanden.

Eine musikalische Zäsur stellten die frühen achtziger Jahre dar, der Markt für ABBA wurde eng. Da waren andere, neue Künstler mit neuer Musik. Im deutschsprachigen Raum prasselte die „Neue Deutsche Welle“ auf unschuldige Ohren ein, in Amerika startete das Pop-Phänomen Michael Jackson und Resteuropa hörte Elektropop a la Ultravox, Culture Club und OMD. Für ABBA war da wenig Platz und irgendwie wirkte die Musik wie aus einer anderen Epoche. Eben noch der Rausschmeißer auf der Klassendisko, wurde ABBA im großen Kulturhaus kaum noch gespielt. Aufgrund privater Differenzen beendete ABBA Ende 1982 nach zehnjährigem Bestehen ihre musikalische Zusammenarbeit.

Benny Anderssons Orkester – Kära syster

Doch endet hier die Geschichte? Nein. Bis heute ist die Abba-Musik allgegenwärtig, wenn auch nicht auf den oberen Stufen des Popolymps. Man könnte auch von einem starken Duo Andersson / Ulvaeus sprechen und damit nicht nur auf die Musicals „Chess“ und „Mama Mia“ anspielen. Meine ultimative Empfehlung ist hier die Musik des „Benny Anderssons Orkester“ (BAO), die zwar traditionell und mit Anleihen der schwedischen Volksmusik daherkommen, aber auch immer wieder an ABBA erinnern. Die tolle Stimme der Sängerin Helen Sjöholm ist hierbei ganz sicher nicht von Nachteil.

Nachzutragen bleibt die ewige Frage nach einem Comeback. Irgendwie haben die vier ehemaligen ABBAs das Thema in „The last Video“ gepackt, wo Puppen statt ihrer auftreten. Wer genau hinschaut, entdeckt Agnetha, Ann-Frid, Björn und Benny in ihren Kurzauftritten. Also weiterhin: Lycka till …

Quellen: Laut.de, Wikipedia.org, Privat

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