Das Ende ist (wieder einmal) nah!

Es sind um die 35 Grad und ich überlege ganz kurz, ob sich das da draußen noch „Sommer“ oder bereits „Klimawandel“ nennt. Ich spüre, dass die mediale Vollverstrahlung in den letzten Jahren auch an mir nicht spurlos vorbeigegangen ist. Kurz schütteln: Nachdem ich einst Waldsterben und Ozonloch überlebt habe, kann mich nicht mal mehr dieses düster aufziehende Endzeitszenario aus der Fassung bringen. Ich mache mir zunächst einmal kühle Gedanken und freue mich über die Segnungen der modernen Wettervorhersage: Ab Dienstag kühler.

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Der medial-politische Hype um das klimatische Weltenende hat lustige Erscheinungen, wie etwa die ohrengrüne „Fridays for Future“-Bewegung, hervorgebracht. Diese Kids demonstrieren – mit Ausnahme ihrer wohlverdienten Ferien – gegen den „Klimawandel“. Einer Dynamik also, welche die Erdentwicklung schon immer begleitet. Fand wieder eine dieser Partys ihr Ende, so berichtet manches Leitmedium ausführlich und tatsächlich ernsthaft darüber und mir ist meist nicht klar, ob ich danach grinsen oder eher Mitleid haben sollte. Und noch tragischer: Kids und Schreiberlinge gleichermaßen wissen offenbar rein gar nichts über frühere grüne Hysterieanfälle oder wollen es nicht wissen. Dabei wäre dies ganz nützlich.

Manchmal passieren wundersame Dinge – auch im mdr

Es war in den späten Achtzigern, als uns im (West)Fernsehen der „saure Regen“ mit seiner schlussendlich waldsterbenden Wirkung regelmäßig um Augen und Ohren gehauen wurde. Lichte Tannenspitzen waren ein deutlicher Hinweis darauf, dass es bald keine grünen Wälder mehr gäbe – und wer kann diesen Wald- K.O. schon wollen? Auf gewissen Nebenschauplätzen, aber nicht minder unterhaltsam wurde eindringlich vor dem Verzehr des eigenen Gartengemüses aufgrund tschernobylistischer Strahlung gewarnt, ebenso vor dem Einpfeifen chemieverseuchter, vor allem selbst geangelter Fische oder im kaputten Wald gesammelter Pilze.

Das Ende – Waldsterben in den 80ern

Als ob dies nicht genug Drama wäre setzten sich später die apokalyptischen Weissagungen ungebremst fort, als stünde der – bereits vorher mehrfach verpasste – Weltuntergang unmittelbar bevor. Etwa das riesige Ozonloch, für dessen Ausmaß vor allem Kühlschrankbesizer in Deutschland – gefühlt – verantwortlich waren, schrie förmlich nach dem Ende. Politisch wurde damals ein flächendeckendes „Umdenken“ gefordert, vor allem initiiert durch die Grünen, die sich langsam aber sicher (und nach zahlreichen parteiinternen Reisekämpfen von ganz rechts bis quasi links) an die Fleischtöpfe der Macht reckten.

Fridays for Future – gegen Alles

Inzwischen also gleich der ganze Klimawandel. Schon im Jahrmillionensommer 2003 fragte ein großes deutsches Boulevardblatt im Aufmacher: „Sind wir bald alle Afrikaner?“ und färbte Promis entsprechend photoshoptechnisch ein. Und über der Jagd nach neuen Höhepunkten („Hitzerekord! Wärmster Juni seit 1947.“) scheint man in den Stuben der Schreiberlinge doch glatt vergessen zu haben, dass es Jahreszeiten gibt.

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Nun denn. Ich nehme mir ein industriell hergestelltes Eis (herangekarrt mit meinem umweltfreundlichen SUV) aus meinem stromfressenden Kühlschrank und werde nachher noch etwas Grilldampf in die Atmosphäre pusten. Auf den Klimawandel!

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