In diesen Tagen begeht Frank Schöbel sein 50jähriges Bühnenjubiläum. In Worten: „Fünfzig“. Die musikalische Leistung des gebürtigen Leipzigers einzuschätzen, dessen sächsisches „ooch“ (auch) mit dem Berliner Icke-Stil in Interviews noch immer so eine Art Mischdialekt hervorruft, bleibt dabei immer subjektiv. „Frankieboy“, wie er von Fans und Nichtfans auch liebevoll genannt wird, ist rückblickend der einzige echte Schlagerstar der DDR. Mit sieben Jahren im Vorbereitungslehrgang des Leipziger Thomanerchores, startete er nach Gitarren-, Klavier- und Gesangsausbildung 1962 seine lange Reise als Musikprofi. Mitte der sechziger Jahre stand er mit „Looky -Looky, Blonder Stern und Party Twist“ an der Spitze der DDR-Hitparaden.

Zwischen „Wie ein Stern“ (1971) und „Wir fliegen mit dem Wind“ (1985) folgten seine vielleicht künstlerisch besten Jahre. In Erinnerung und allseits abrufbar ist sein „Freunde gibt es überall“-Auftritt bei der Fußball-WM Eröffnung 1974 in der alten BRD. Da war er Sympathieträger eines Landes, dass sich zu öffnen schien und dies über den entspannt wirkenden Kulturbeitrag zu dokumentieren versuchte.

Schöbels jugendliche Frische, gepaart mit guten Aussehen und gesanglichem Können, machten ihn auch zum begehrten Darsteller des DDR-Musikfilm-Genres. „Reise ins Ehebett“, „Hochzeitsnacht im Regen“, „Heißer Sommer“ und „Nicht schummeln, Liebling“ hießen die Streifen, die bewusst alltagsferne und unkritische, aber irgenwie musikalisch-heilsame Bilder auf die Leinwand malten.

Frank Schöbel war gefühlt tatsächlich immer „einer von uns“ DDRlern, wohnte im Köpenicker Allende-Viertel in der „Platte“ und ging regelmäßig auf den benachbarten Fußballplatz bolzen. Kein Stargehabe, keine Großfresse und trotz Eitelkeit kein „ich bin-ich kann-ich habe“-Selbstdarsteller.

Vielleicht war gerade das Schöbels Problem, vor allem nach der Wende. Wie viele „Ostler“ blieb er „ddr-genetisch“ bescheiden und wirkt in TV-Runden noch heute eher höflich-zurückhaltend bis schüchtern. Damit konnte und kann man im neuen Deutschland nicht punkten. Die Frage, ob Frank Schöbel vor der Wende im Westen nicht hätte richtig durchstarten können, ist damit vielleicht auch schon beantwortet. In der Wendezeit traf der Liebesentzug der DDR-Deutschen auch Frank Schöbel. Dabei wird vergessen, dass er noch vor der Wende mit dem Titel „Wir brauchen keine Lügen mehr“ auftrat und damit die damaligen Empfindungen seines Publikums ausdrückte. Als Revoluzzer hat sich Schöbel nicht produziert. Er hat einfach weitergesungen.

Quellen: Wikipedia, www.frank-schoebel.de, Privat.

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