Der „Kampf- und Feiertag aller Werktätigen“ am ersten Tag des Wonnemonats Mai wurde in der DDR durchaus ambivalent betrachtet. Einerseits in aller Frühe an der Ehrentribüne vorbeilaufen müssen oder besser: „demonstrieren“ und andererseits eine willkommene und zusätzliche Ablenkung vom wochengrauen Ostalltag genießen.

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Hatte man den Marsch in den Mai inklusive roter Plastiknelke hinter sich, warteten dann in aller Regel Bratwurst und (für die größeren DDR-Bürger) das volle Bierglas. Ein Tag, der aus Pflicht und Freizeit gleichermaßen bestand und möglicherweise am Ende dann auch hätte in Promille berechnet werden können.

1. Mai 1989:

Der Autor des Artikels hatte damals das subjektiv empfundene Glück, mit dem örtlichen Handballnachwuchs durch die Straßen des Ortes laufen zu dürfen. Einen Ball auf das Pflaster zu prellen schützte immerhin davor, politische Pappschilder nach oben zu recken. War das schon Widerstand? Der schicke Trainingsanzug jedenfalls sah ohnehin richtig privilegiert aus.

Eine Story, derer zufolge die Losung „Heraus zum 1. Mai“ an einer Friedhofsmauer angebracht war, war wohl eher ein DDR-Dauer-Witz: Ich habe sie damals zumindest immer wieder aus unterschiedlichen Ecken des kleinen Landes gehört. Vielleicht war es ja aber tatsächlich so.

Quellen: Privat, YouTube

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