„Hochzeitsnacht im Regen“ aus dem Jahre 1967 war die erste abendfüllende Regiearbeit Horst Seemanns und das zweite Filmmusical der DEFA. Friseuse Gabriele (Traudl Kulikowsky) möchte Jockey werden. Sie erhält von ihren Freunden und Kunden einen Jockey-Sattel und begibt sich nach Berlin, wo sie in Hoppegarten auf eine Anstellung hofft. Der dortige Cheftrainer der Pferde jedoch nimmt sie nicht ernst, gab es doch noch nie einen weiblichen Jockey. Gabi ist nun ohne Arbeit und nach einer Nacht im Nobelhotel „Unter den Linden“ auch beinahe pleite.

Sie sucht eine Wohnung, doch erhält man die in Berlin nur mit Aufenthaltserlaubnis. Die wiederum gibt es nur, wenn man eine Arbeit hat – ein Teufelskreis. Kurzerhand entscheidet sich Gabi für den einzigen Ausweg: Sie will einen Berliner mit Wohnung heiraten.

Der komplette Film!

Auf der Straße wird sie mit einem Mal vom Moderator einer Quizsendung angesprochen, der auf eine Frage vor laufender Kamera eine witzige Antwort hören will. Als Gabi ihm ihr Dilemma erklärt, gewinnt sie einen Kinderwagen, in dem sie fortan ihren Jockey-Sattel spazieren fährt. Durch die Übertragung sind nun die Männer auf sie aufmerksam geworden und sie entscheidet sich, den Motorradfahrer Freddy (Frank Schöbel) zu heiraten, der ihr eine Wohnung in Berlin verspricht. Bei der Eheschließung jedoch wird klar, dass er eigentlich in Jena wohnt. Das Haus in Berlin entpuppt sich als Zelt am See und Freddy als normaler Berlinurlauber, der zudem an Pferden keinerlei Interesse hat.

Die damalige Kritik verriss den Film teilweise. Unter anderem werde der Film seinem eigenen Anspruch nicht gerecht, das Thema der Gleichberechtigung als bildstarkes Musical zu präsentieren: „Die hektische Erzählweise und der forcierte Witz verschütten die bemerkenswerten Momente, in denen Bildphantasie und Musikalität zur Synthese, zu persönlichem filmischen Ausdruck drängen.“

Man könnte meinen, ein „typischer Seemann-Film“. Feine Nebenakzente und eine kreative Bildersprache verpackt in schöne Musik. Maßgeblich dazu trug auch die Tänzerin Elke Rieckhoff bei, die 1973 die DDR verließ und 2006 verstarb.

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This article has 1 comment

  1. Zirze Reply

    Der Film geht auf ein Alter von fast 50 Jahren zu.Ich hatte ihn damals gesehen, habe aber so gut wie keine Erinnerungen mehr daran. Ich weiß nur noch, das es nicht meinen Geschmack traf. Möglicherweise wäre das vielleicht heute anders im Rückblick auf die alte Zeit und den damit verbundenen Erinnerungen. Aber ich muss gestehen mit Horst Seemanns Film „Suse, liebe Suse“, so 1974 etwa, war es dann aus mit meiner Sympathie
    für ihn.

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