Historisches Wahlplakat der CDUDie Berliner AfD hatte kürzlich zum „Tag der offenen Tür“ geladen. Da war ich doch mal sehr gespannt, stehen doch seit geraumer Zeit Vorwürfe im Raum, die AfD zeige „rechtsradikales Gedankengut“ und fische zudem am rechten Rand.

Am langen Tisch saßen Professoren, Lehrer, Wissenschaftler, ehemalige SPD- und CDU-Mtglieder. Piraten der ersten Stunde, Linke, Juristen, Medien-Studenten, Freiberufler und Künstler, Krankenpfleger, Rentner und Schüler – kurzum, eine bunte Mischung aus (fast) allen Teilen der Gesellschaft. Es fehlten vor allem jene, die der AfD medial eigentlich zugeschrieben werden: NPD- oder sonstige Rechtswähler, die angeblich dort ihr Unwesen treiben. Sie sind an diesem Abend dort nicht gesichtet worden; ob sie das demnächst werden, ist fraglich.

Diskutiert wurden brennende Themen der Gesellschaft: Eurokrise, Familien- und Energiepolitik, Asylpolitik, Bildung und Hartz4. Kein explizit rechtes Thema, keine nationalistischen Parolen, kein Bierbrüller, nichts. Gar nichts. Scheinbar kluge Köpfe, die etwas sehen, was andere nicht sehen oder nicht sehen wollen. Gefährlich für all jene, die das Land lenken und die, die sich in Gartenzwergteutonien eingerichtet haben. Es hat etwas von der Endzeit der DDR, den frühen Wendetagen. Eine Minderheit möchte Veränderungen, raus aus der gesellschaftlichen Lethargie, der Einheitspartei-Mentalität in Merkel-Land.

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Es gehört zu den Grundprinzipien sich verselbständigender Macht, dass die Propaganda-Keule dort geschwungen wird, wo der Stachel zu sehen ist. Zack und drauf. In der DDR waren das die „Imperialisten“ und „Bonner Ultras“, die unser Gemeinwohl gefährdeten, im Westen drohte „die rote Gefahr“ aus Moskau und der „Sozialismus“ den neuen Wohlstand zu vernichten.

Wählerwanderung zur AfD:
Waehlerwanderung zur AfD

Da passt auch die jüngste „Anne Will“-Sendung, zu der AfD-Chef Bernd Lucke geladen war, zunächst aber nur am Extratisch Platz nehmen dufte. Die Vorführung des Mannes, der im Wahlkampf intelligent und durch Fachwissen glänzte, gelang nicht. Die immergleichen – und lautstark vorgetragenen -Vorwürfe des Rechtsradikalismus plus Europafeindlichkeit durch den Rest der Runde (Gesine Schwan, Edmund Stoiber, Ulf Poschardt, Serdar Somuncu) wurden durch Argumente und Fakten ad absurdum geführt.


 

Was blieb, waren Wutausbrüche. Kabarettist Somuncu etwa meinte, die AfD sei rechtsradikal, weil er beim Lesen des Parteiprogramms das Gefühl gehabt habe, sie sei rechtsradikal. Edmund Stoiber wies stolz darauf hin, dass die zwei Millionen Wähler der AfD im Vergleich mit dem CDU/CSU-Wahlerfolg eine „vernachlässigbare Größe“ sind.

Ein Wahlplakat der AfD („Einwanderung ja, aber nicht in unser Sozialsystem.“), dass dem Wahlprogramm der AfD entlehnt wurde („Wir fordern ein Einwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild. Eine ungeordnete Zuwanderung in unsere Sozialsysteme muss unbedingt unterbunden werden.“), schien die AfD nun endgültig zu entlarven.

Bernd Lucke zog einen Zettel aus der Tasche, auf dem er sich Notizen gemacht hatte. Nun las er aus dem Regierungsprogramm der CDU 2013 vor:

„Eine Zuwanderung, die darauf gerichtet ist, die europäische Freizügigkeit zu missbrauchen, und die sozialen Sicherungssysteme auszunutzen, lehnen wir ab.“

Lange Gesichter in der Runde, Beifall im Publikum. Ab sofort ist die CDU eine Rechtsaußenpartei.

Quellen: Youtube, Wikipedia, Privat, Spiegel-Online, AfD

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