Auf dem Weg von Buch nach Hobrechtsfelde kommt man zu den „Bucher Rieselfeldern“. Rückblick: 1871 leben fast 1 Million Menschen in Berlin. Die meisten von ihnen verrichten ihre „kleinen“ und „grossen“ Geschäfte auf den berüchtigten „Plumpsklos“. Darüber hinaus existierten etwa 16.000 Wassertoiletten die jedoch aufgrund fehlender Kanalisation in den Rinnstein oder direkt in die Flüsse und Kanäle entwässern.

Die Folge sind häufige Epidemien durch verunreinigtes Wasser. Nach langen politischen Auseinandersetzungen beginnt 1873 der Ausbau der Kanalisation in Berlin. Die Stadt bildet eine Baukommission unter der Leitung von Virchow und Hobrecht. Schon kurze Zeit nach dem Aufbau des Abwassersystems sinkt die Zahl der Typhus-Erkrankungen drastisch. 1887 sind bereits 1,15 Mill. Berliner an das Rieselfeldsystem angeschlossen.

Anfangs scheint die Lösung genial: Man verbessert die hygienische Situation in der Stadt und erhöht durch die hohen Gehalte an organischer Substanz, die im Abwasser enthalten sind, die Bodenfruchtbarkeit der sandigen, ertragsarmen Böden im Umland von Berlin. Die Rieselfelder sollen der Gemüsegarten Berlins werden. Doch schon bald nach dem Beginn der Abwasserbehandlung gesellen sich zu den Haushaltsabwässern auch die ungeklärten Abwässer der in Berlin ansässigen Handwerks- und Industriebetriebe.

Mit der Inbetriebnahme des Klärwerkes Schönerlinde wurden die Rieselfelder um Buch überflüssig und zwischen 1984 und 1985 größtenteils eingeebnet. Das Gebiet der Berliner Rieselfelder gilt noch immer als stark kontaminiertes Erdreich.

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