Um es kurz zu machen: Dieser Hund ist weder Innenstadt- noch Reihenhaus-Vorzeigehund und macht trotzdem Spaß. Seit 20 Monaten ist Deutsch-Kurzhaar „Donna“ nun ein echtes Familienmitglied und lernt seit Wochen, dass der Fasan zwar ein tolles Federvieh ist, dies aber nicht ganz Berlin mitgeteilt werden muss. Will heißen, dass Donna zu Beginn unserer gemeinsamen Zeit selbst die kleinste Maus mit lautem Gekläffe anzeigte. 

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Dann hing sie in den Seilen und war nicht zu bremsen. Und weil das helle und laute Bellen selbst den langsamsten Frosch verjagte, fingen wir an, zu üben. Dabei blieb der Hund konsequent an der Leine oder besser gesagt, an einer 20 Meter langen Schleppleine. Diese kann ich (bis höchstens 20 Meter eben) kürzer und etwas länger machen und „nachziehen“. Anfangs ging das noch sehr holprig und Donna zerrte manchmal wie toll an diesem Strick. Inzwischen wird mein Gegenzug immer geringer und dennoch bleibt sie stehen: Kopf in tiefer Lage nach vorne, die Pfote etwas angehoben und lediglich der Schwanzstummel wackelt. Auf Ansage darf sie dann „pseudojagen“, damit auch Onkel Fasan noch seine Chance hat, zu entfliehen.

Deutsch-Kurzhaar im Einsatz:

Leider gelingt das nicht immer und so kam sie mir mal mit einem Kaninchen im Maul entgegen getappelt, ging ins „Sitz“ und ich konnte das arme Vieh aus ihrem Fang nehmen. Wichtig ist dann, den Hund zu loben, nicht zu tadeln.

Da ich immer mal hinsichtlich der Fellfarbe gefragt werde: Donna ist ein Deutsch Kurzhaar mit Farbschlag „Schwarzschimmel“. Früher nannte man diese Hunde „Preußisch-Kurzhaar“ und das kam so: Ein Dr. Waechter hatte etwa 1907 die Idee, das Pigment und die Augenfarbe des DK zu verbessern. Den Namen Preußisch-Kurzhaar wählte er wegen der Preußischen Landesfarben Schwarz-Weiß. So kreuzte Waechter schwarze Arkwright-Pointer in den Vorgänger des Deutsch-Kurzhaar, den sogenannten Brauntiger ein. Wobei auch die Braunschimmel, die aus diesen Verbindungen fielen, in das Zuchtbuch „Preußisch-Kurzhaar“ eingetragen wurden.

Die Farben waren:“…schwarz, schwarzweiß, schwarzschimmel sowie andersfarbige Hunde gleich schwarzen Blutes“. Ab 1933 waren die Hundeverbände im RDH, „Reichsverband des Deutschen Hundewesens“, integriert. 1934 wurde der Antrag gestellt, die „Preußen ins Stammbuch Deutsch-Kurzhaar“ aufzunehmen. In den letzten Jahren feierte der Farbschlag ein regelrechtes „Comeback“.

… und als Fasanenbringer:

Wer solch einen Hund an seine Seite nehmen möchte muss wissen, dass der Deutsch-Kurzhaar selbstständig jagt und viel Freiraum und Betätigung benötigt. Zuweilen neigen diese Hunde (bei entsprechendem Wildangebot) zur Nervosität und ungezügeltem Temperament. Eine komplette Ausstattung an wetterfesten Klamotten ist Pflicht, Mücken und sonstiges Ungeziefer dürfen nicht stören. Donna etwa liebt es auch, in alle möglichen Gewässer zu springen – und zwar ansatzlos. Ist man (noch) Nichtjäger (so wie ich), dann müssen Pseudojagden veranstaltet werden – mit oder ohne Dummies, Fährte, Vorstehen, Feldlaufen usw. – entsprechende Fachliteratur gibt es, Kontakte auch.

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Spaß und Freude hat Mensch nur, wenn er sich diese Arbeit auch wirklich macht. Ansonsten lieber mit einem „Labbi“ probieren. ;)

Quellen: Wikipedia, Privat, www.sabinemiddelhaufeshundundnatur.net, S. Middelhaufe – „Jagdhund ohne Jagdschein“

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