Die Theo Schumann Combo wurde 1961 von Komponist, Arrangeur und Berufsmusiker Theo Schumann gegründet. Schumann, eigentlich Jazzmusiker, wandte sich mit dieser Formation zu Beginn der sich auch in der DDR rasant ausbreitenden Beatbewegung der modernen Tanzmusik zu. Ausdruck seiner hohen Professionalität waren die häufig wechselnden Formationen (Theo Schumann Combo, Theo Schumann Orchester) und der Versuch, internationale Trends mit eigenen musikalischen Mittel zu verbinden.

Diese eigenwillige Kombination aus Beat, Schlager und Jazz, als Calypso-Twist, Beat-Mambo, Big-Beat-Shake oder Hully Gully-Rock bezeichnet, gilt als „Urform“ der Popmusik in der DDR.

Gründungsbesetzung:
Theo Schumann (Bandleader, Piano, Orgel, Saxophon)
Achim Gutsche (Gitarre, Gesang)
Günter Püschner (Gitarre, Gesang)
Klaus Berger (Bassgitarre)
Gerd Schönfelder (Schlagzeug)

Die Theo Schumann Combo war eine der ersten Beatbands, die Anfang 1965 die Möglichkeit zu Rundfunkproduktionen erhielt und die auf den 1965 veröffentlichten ersten Beatplatten der DDR Big Beat I und Big Beat II vertreten war. Zu den größten Erfolgen gehörten der Watussi-Twist, Brockenhexe und Abenddämmerung. Wie fast alle ostdeutschen Beatbands coverte auch die Theo Schumann Combo westliche Vorbilder. Im Juli 1965 produzierte der DDR-Rundfunk Sag, nie mehr, I love you zu mir, eine Version des Beatlessongs I Should Have Known Better und einen Monat später Das kann doch nicht wahr sein, die deutsche Version von The Last Time der Rolling Stones.

Die Theo Schumann Combo war neben Team 4 die einzige Beatband, die das durch das XI. Plenum des ZK der SED ausgelöste harte Vorgehen der DDR-Behörden gegenüber der Beatbewegung unbeschadet überstand und auch weiterhin in den Medien präsent war. Anfang 1966 veröffentlichte das DDR-Plattenlabel Amiga die erste Single und 1969 folgte die erste Langspielplatte mit der Theo Schumann Combo.

Auch nach dem Ende der Beatbewegung hielt Theo Schumann an seinem musikalischen Konzept fest, besetzte aber die Band neu. Gutsche, Püschner und Berger verließen die Theo Schumann Combo. Neu hinzukamen: Achim Türpke (Bassgitarre), Wilfried Peetz (Gitarre, Gesang) und Petko Tomanow (Flöte, Saxophon, Piano, Orgel). Weitere Umbesetzungen folgten 1973 und 1976. Zur Band gehörten außerdem: Jochen Kittan (Bassgitarre), Manfred Schulz (Schlagzeug), Frank-Endrik Moll (Schlagzeug), Henry Kotowski (Gesang), Kurt Richter (Gitarre, Gesang), Bernd Bittner (Schlagzeug) und Arnfried Drache (Flöte, Saxophon).

Ab Mitte der 1970er Jahre wandte sich Theo Schumann wieder dem Jazz zu, musizierte mit der Theo Schumann Combo und der Theo Schumann Jazz Formation gleichzeitig. Im Jahre 1977 produzierte die Band ihre vierte und letzte Langspielplatte. Doch ihr musikalischer Höhepunkt war bereits überschritten. Anfang 1980 widmete sich Theo Schumann ausschließlich dem Jazz. Sein letztes Konzert gab er am 26. September 1989 im Hygiene-Museum in Dresden. Schumann starb am 21. Juli 1990. Ex-Sänger Wilfried Peetz („Guten Abend, Carolina“) gründete in den 90er Jahren sein Plattenlabel Pewi-Records in Groß Köris bei Berlin.

Quellen: Wikipedia, ostbeat.de, privat.

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