Deutsch-Kurzhaar Donna

Wie die Zeit vergeht! Satte vier Jahre ist Deutsch-Kurzhaar „Donna“ nun schon Familienmitglied und ebenso lange dauert die Arbeit mit ihr. Eine schier „unendliche Geschichte“, die faszinierend und anstrengend zugleich ist.

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Auf das letzte Jahr zurückgesehen vollzieht sich Donnas Entwicklung nicht mehr in den großen Schritten, wie es anfangs war. Dennoch sind es gerade wichtige Nuancen, die sich von ihrem früheren Verhalten unterscheiden. In Sachen Gehorsam kann sie inzwischen durchaus auch mit anderen Hunden auf dem Gehsteig gegenüber. Hier bin ich unumstrittener Chef und ein klares „NEIN“ reicht meist aus, um sie zu beruhigen. Leinenausraster gibt es kaum noch – obwohl – Ausnahmen auch hier die Regel bestätigen.

In Berlin trifft man immer, immer, immer Hunde. Wie man den Gassiwunsch auch einrichtet, es nutzt nichts. Trotz grüner Randlage bleiben normale Gassigänge keine wirkliche Freude und so mancher Zeitgenosse reagiert genervt bis aggressiv, wenn ich ihn etwa bitte, seinem Hund die Leine anzulegen. Denn hier kommt Donnas Schicksal von Geburt zum Tragen: Sie ist und bleibt ein Jagdhund, gezüchtet zum aufstöbern, jagen, stellen und unter Umständen auch töten des Wildes. Immer hellwach und im Anschlag auf möglicherweise vorbeihuschende „Opfer“. Das ist nicht nur in Wald und Feld so, sondern eben auch auf der Straße.

Donna

Bislang konnte ich sie nicht zum (Groß)Stadthund umpolen – und will das natürlich auch gar nicht. Mit dem Ergebnis unserer „Beziehung“ bin ich dennoch sehr zufrieden … egal, ob mir verwöhnte Labbi- oder Mopsbesitzer auf der Straße kopfschüttelnd hinterherschauen.

Donnas Jagdinstinkt bleibt – rassetypisch – stark ausgeprägt. Mein Desensibilisierungs-Training ist quasi ein Dauerzustand, scheint aber absolut hilfreich. Unser großer Tagesauslauf beginnt bereits sehr früh, jahreszeitbedingt im dunklen Wald. Ich führe Donna an der Leine (!) durch ein stark wildfrequentiertes Gebiet und versuche, ihre Konzentration auf mich zu lenken. Zwischendurch darf sie Spuren schnuppern und mir anzeigen, wo Wild stehen könnte. Auf einer „geruchsarmen“ Lichtung darf sie von der Leine und auf Stöbertour gehen … vorzugsweise nach Trockenfutter.

Mit Augenzwinkern:

Ich verstecke die Teile in der Erde, im Moos und in Baumrinden, in Erdlöchern und wo auch immer. Donna muss absitzen und darf dann auf Kommando suchen. Die ganze Sache macht einen Riesenspaß. Wichtig sind für mich vor allem zwei Dinge: Immer (!!!) den Hund im Blick behalten. Entgegen einschlägiger „Erziehungsratgeber“, wonach der Halter zügig weitergehen und den Hund damit zum Folgen animieren sollte, kann ein Vollblutjagdhund in wenigen Sekunden eine Fährte in der Nase haben. Rassen, die selbständig jagen oder dazu neigen schalten dann sofort um und beginnen ihre eigene Jagd. Ich habe das selbst erlebt und sorge dafür, dass Donna mich immer sieht und ich sie stoppen kann. Der Hund sendet in einem solchen Falle entsprechende Signale und darf an der Leine weiterschnüffeln.

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Einen Tipp für morgendliche Waldspaziergänge hätte ich da noch: Ein Licht ist hilfreich, noch besser sind Warnwesten für Hundehalter und Hund. Freilaufende Hunde (die gerne wildern) werden hier und da in diesem Land durchaus auch mal geschossen – und dies ganz legal.

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