Es gibt Hunde- und Hündchenhalter. Oder besser: Solche, die Hunde ausführen und solche, die sich von Hündchen ausführen lassen. Auf meiner heutigen Morgenrunde mit dem Jagdhundrüden „Leon“ wurde mir dies wieder allzu deutlich. Was war passiert? Leon war gerade noch im Feld schnüffeln und stöbern, da rannte er wie „angestochen“ in Richtung Waldweg und war durch kein Kommando dieser Welt mehr davon abzubringen.

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In jenem Moment war mir klar, dass es nicht um lecker Wild, sondern eine „heiße“ Hündin ging, die mit ihrem Zweibein irgendwo eine Pullerrunde drehte. Tatsächlich sah (und hörte) ich am Ende des Weges zwei Hündchen nebst Pärchen, dass sich von meinem anstürmenden Hund sichtlich belästigt fühlte: „Hau ab, geh, geh, weg!“.

Ich rief ihnen zu, ihre Hündchen doch nicht auf den Arm zu nehmen und bitte stehen zu bleiben – keine Chance. Die sehr dicke Frau als scheinbar dominanter Teil des Pärchens schrie und zerrte ihr Hündchen an Leine und Hals und anschließend in die Luft. Ihr Partner tat es ihr gleich, so dass plötzlich zwei Hündlein mit großer Bodenfreiheit an einem Strick hin- und herbaumelten. Meine Versuche einer Schlichtung scheiterten grandios.

Hund an der Leine …

Da alle guten Dinge bekanntermaßen „Drei“ sind, machte sich mein Rüde unmittelbar nach dieser Aktion sofortig in Richtung Häuserfront, wo das nächste Hündchen mit Menschlein an der Leine hilflos wie ein Schaf graste. Dieses neue Opferhündchenfrauchen schrie meinen Hund gleichfalls an, brach einen Zweig ab und wedelte und fuchtelte in Richtung Rüdengesicht. „Hau ab, geh, lass sie in Ruhe?“. In Ruhe lassen? Wen denn, zum Teufel?

Sicher, Leons Gehorsam war männlichkeitsbedingt aus den Fugen geraten – doch zeigte sich an diesem Beispiel, dass es zwischen Hunde- und Hündchenhaltern enorme Unterschiede gibt. Ein Hund ist eben Begleiter, Fitnesstrainer und in Ausnahmenfällen auch das, was er früher mal war: Jagd- und Wachhund. Ein Hündchen dagegen erfüllt Hundeaufgaben nur in äußerst geringem Umfang. Ein Hund bellt laut („WAU,WAU“), ein Hündchen kläfft („wech, wech, wech“). Ein „och, wie niedlich“ käme niemandem in den Sinn, den mein Köter gerade anbellt. Stattdessen habe ich mal ganz schnell einen Kampfköter oder zumindest ein sehr aggressives Exemplar. Alle Kinder sofort aus der Sandkiste in den Schutzanzug!

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Einen Hund an der Flexileine von links nach rechts und – wie immer er möchte – laufen zu lassen, ist nicht nur unbequem, sondern bekommt auch der Leine irgendwann schlecht. Ein Hündchen dagegen läuft fast immer an der Flexileine Frauchen oder Herrchen voraus und führt damit ganz klar den Zweibeiner.

Ich stelle fest: Es gibt unüberbrückbare Unterschiede zwischen Hund, Hündchen und beiden Halterfraktionen. Ein Hündchen zeigt dem Menschlein, wo es langgeht, was gerade zu tun ist. Droht Gefahr, spielt der Hündchenhalter den Beschützer, da ihm sonst die Führung und damit jegliche Struktur im Leben abhanden kommt. Ich übertreibe? Vielleicht. Und Ausnahmen bestimmen sicher auch hier die Regel. Doch passen Sie mal auf, wenn Sie unterwegs sind!

„wech, wech, wech“ …

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