Ein Jahr Deutsch-Kurzhaar

DonnaEin Jahr Deutsch-Kurzhaar – ein Jahr Hundesport … für Herrchen. Als die Idee in mir – einem Nichtjäger – reifte, meinem Jagdhund-Rüden „Leon“ eine Gefährtin an die Seite zu stellen, wusste ich damals noch nicht wirklich viel von der (Jagd)Hundewelt. Fest im Charakter sollte sie sein, seine Passion des Vorstehens teilen und ihn dabei natürlich akzeptieren. 

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Ein Jagdhund mit entsprechend viel Arbeits- und Bewegungsdrang ist kein Hund, den Mensch mal eben „mit zum shoppen“ nimmt, mit ihm ständig S-Bahn fährt oder dauernd Bällchen spielt.

Nein, diese Art Hund möchte Natur, Wald und Wild – und nur darum geht es. Spaß und Spiel gibt es auch, aber immer begrenzt und mehr auf den Hundeführer fixiert. Was Hündin „Donna“ als Welpe so erlebte, ist mir schlichtweg egal, denn Hunde vergessen – anders, als es mir selbsternannte „Kenner“ immer wieder auf der Straße sagen, wenn Donna mal wieder jemanden anbellt. Leinenführigkeit hat sie bis zum heutigen Tage grob gelernt und doch bleibt mir hier noch jede Menge Arbeit. Dieser Hund strebt danach, so schnell wie möglich an die Beute zu kommen, die da vom Waldrand her duftet. Der Deutsch-Kurzhaar jagt allein und selbständig und ist dann eben auch mal – verschwunden. Leider hatte ich dieses Erlebnis bereits, zudem zahlreiche kleinere Fleisch- und Risswunden auch durch alles, was im Walde liegt (inklusive Glas und Müll).

Deutsch-Kurzhaar …

So lernte ich (ähnlich wie bei Leon), diesen Hund mal kurz und mal lang zu führen. Besser mit einer Schleppleine Länge geben und dabei immer wieder heranrufen. Leckerlis sind hierbei normales Trockenfutter, denn Jagdhunde haben großen Hunger und würden so schnell verfetten. „Gehorsam“ ist bei diesen Hunden so eine Sache. Es geht oder auch nicht. Der Deutsch-Kurzhaar neigt auch zur Schreckhaftigkeit und zum Bellen, was meine Mitbürger hier längst erfahren mussten. Ich sage meistens „Ein Hund der bellt, beißt nicht …“ und so weiter. Nein, es ist nicht die schlechte Erziehung ….

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Was liebt dieser Hund nun? Vorstehen ist selten, lieber stöbert Donna und buddelt sich nach Fuchs und Hase, bis sie fast verschwindet. Wenn ein gesunder Labrador rennt und ein Visla sprintet, dann startet Deutsch-Kurzhaar Donna als Düsenjäger. Diese Explosivität liegt in den Genen und ist nicht jedermanns Sache. So wird dieser (vor allem zu Hause) treue, feste und anhängliche Hund mit seiner tollen Erscheinung oft verkannt und in diverse Tierheime abgeschoben. Der Trend zum Jagdhund besteht leider ungebrochen, ohne das sich jeder klar darüber ist, was auf ihn zukommt. Ich plädiere dafür, dass Leben auf diese Partnerschaft zwischen Mensch und Hund abzustimmen und nicht den Hund als Ergänzung zu Kind, Auto oder Boot zu halten.

„Raus“ komme ich dadurch auf alle Fälle und zur Fettsucht neige auch ich nicht. Ein paar Besonderheiten gibt es dann doch noch: Am Feld- und Wiesenrand verharrt Donna zur Säule – rennt dann explosiv los und schreit laut, wenn Federvieh nach oben steigt. Dieses Schreien führte anfangs dazu, dass Spaziergänger und „Hündchenliebhaber“, die sich in der Nähe befanden argwöhnisch glotzten und in mir sofort den Tier-Ripper von Berlin sahen. Inzwischen ist es mir wurscht …

Es bleibt viel Arbeit und Geduld mit dieser tollen Hündin … Freude macht sie mir bereits jetzt.

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