Seit zwanzig Jahren höre ich mir immer wieder mal Pearl Jam Songs an, vor allem die subjektiv guten. In der jüngeren Vergangenheit erreichten die Songs oft eine Schwere, die Frontmann Eddie Vedder 2007 nur durch sein erstes Solowerk „Into the Wild“ auflösen konnte. Der gleichnamige Film war für mich ein verklärter Streifen über einen ungeliebten und suizidal anfälligen Abenteurer-Idioten. Die Musik blieb irgendwie übrig und das reichte auch.

Mit „Ukulele Songs“ liegt nun Vedders zweiter Solostreich vor. Zunächst musste ich mir die Sache zwei, dreimal anhören, bevor sie Zugang zu meinen Ohren erhielt. Seitdem ist mir die CD allerdings zu schade zum wegarchivieren. Keine Gitarre und kein Schlagzeug stören, keine Streicher umschleimen das Werk. Lediglich ein Cello darf ihn begleiten. Die CD klingt mir eher gefällig; Höhepunkte sucht man vergebens. Das könnte aber gewollt sein, denn bei Kerzenschein und Wein entfalten die Songs eine andere Wirkung, als am Schreibtisch.

Vedders Stimme ist eine andere, als bei den unzähligen Pearl Jam Titeln. Kein rockiges und krachgestütztes Pressen, Höhen werden kaum benötigt. Vielleicht ist Vedders Stimme auf dem Album auch das eigentliche Manko: Einschränkungen bei Songwriting und Gesang werden deutlich, wenn er über die spärliche Instrumentierung singen muss. Paradox: Gerade deshalb klingt es ehrlich.

Einer der besten Titel, „Broken Heart“, könnte eher ein guter und schwerer Rocksong sein, auf das „Dream A Little Dream“ Cover hätter er getrost verzichten können. Dennoch: „Ukulele Songs“ ist unbedingt hörenswert, denn der Titel ist Mut und Programm. Man kann mit einer Ukulele eben nicht nur Klamauk, sondern auch richtige Musik machen.

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