Mach’s gut, Alter!

Sofern es einen Hundehimmel gibt, ist unser Leon dort ganz sicher gut angekommen. Vierzehn Jahre war er und am Ende knöchrig und dement. Eine Beziehung zwischen Mensch und Hund, die nicht immer leicht war. Wir hatten Dich lieb. Mach’s gut, Alter!

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Es war 2008, als wir auf die Suche nach einem für uns geeigneten Hund gingen und entsprechende Anzeigen durchforsteten. Familiär und sportlich sollte er sein und ja, etwas Gutes wollten wir natürlich auch tun.

Leon 2011

Irgendwann fanden wir dann einen Kandidaten: Leon, ein junger Hund aus dem „Tierschutz“. Das er ein eingeflogener „Grieche“ war – zum damaligen Zeitpunkt geschenkt. In der Neuköllner Plattenwohnung eines „Hundepaten“ konnten wir uns den Hund ansehen und ein paar Tage darüber schlafen …

… 2008

Schließlich nahmen wir diesen agilen Fellgenossen bei uns auf, zahlten viel Geld an den „Tierschutz“ und bekamen seine Papiere. Erst Jahre später fiel übrigens unserer Tierärztin auf, dass Leons ursprüngliches Geburtsdatum von „2006“ nachträglich auf „2008“ überschrieben wurde – einen weiteren Kommentar spare ich mir an dieser Stelle. Der zunächst beworbene, regelmäßige Kontakt mit der „Tierschützerin“ lief dann auch ins Leere, denn wir erhielten schlichtweg keine Antwort mehr.


 
Was soll’s, schließlich wollten wir diesen Hund und gaben unser Bestes – inklusive Hundeschule und zahllosen Trainingseinheiten. Leon, ein 58cm hoher Windhund-Pointer-Mix, war allerdings kaum erziehbar. Eine echte Hypothek, die uns Zweibeiner – und ihn – all die Jahre begleitete. Sehr oft haben wir uns selbst „Versagen“ unterstellt, gar die generelle Unfähigkeit, einen Hund richtig erziehen zu können.

… nochmal 2011 …

Inzwischen haben wir dies revidiert, nicht zuletzt nach den Erfahrungen mit unseren anderen Hunden. Irgendwann haben wir Leon dann so akzeptiert, wie er war: seinen unbändigen Freiheitsdrang, die permanente Aufmerksamkeit „auf Wache“ inklusive Dauerbellen bei kleinsten Geräuschen. Ein dickköpfiger, aber ein mit Artgenossen sozialer und lieber Hund mit guter Seele, für den Loyialität uns gegenüber meist ein Hundefremdwort war.

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Am Ende seines Lebens hatte er auch noch einen großen Garten für sich allein und die Brandenburger Weite vor der Nase. Da fing er bereits an, Schränke und Wände anzubellen oder starr im Raum zu verharren, als ob ihm gerade entfiel, was er doch gleich noch wollte. Was von uns etwas amateurhaft als „Alterserscheinung“ gesehen wurde, bezeichnete die Tierärztin nach entsprechender Diagnostik konkret als Demenz.

Opa und Welpe 2019 …

Leon hatte ein schönes und langes Leben.

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