Besinnliche Weihnacht!

Es muss gefühlt so Ende Oktober gewesen sein, als ich das erste Mal semi-leckeren Billig-Weihnachtsstollen im Regal eines Discounters entdeckte. Ein Weihnachtsgefühl wollte sich bei mir deshalb noch lange nicht einstellen. Noch immer war ich gerade mit jahreszeitlich bedingten Erdarbeiten im Garten beschäftigt und nicht mit der Vorbereitung des Weihnachtsfestes in der Zukunft.

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Dem Marketing – vor allem beruflich – nicht ganz abgeneigt frage ich mich alle zwölf Monate, welches Gefühl beim Konsumenten eigentlich geweckt werden, wie denn die anzusprechende Zielgruppe aussehen soll. Sind es die alten Säcke und SäckInnen, die mir ab Anfang Dezember im Supermarkt den Ellenbogen in die Rippe rammen, um Erster in der Backabteilung zu sein? Oder bildungsferne Kiddies aus der Platte, die bereits vor Weihnachten den einen oder anderen polnischen Silvesterböller mit Hand-ab-Garantie fahren lassen? Oder der gutbürgerliche Durchschnitts-Dummy, der unbedingt ein preiswertes Mitbringsel sucht, um die ungeliebten Schwiegereltern zu besuchen? Leider finde ich keine Antwort.

Besinnliche Weihnacht!

Auch in den Kitas unserer Kinder neigen einige AufpasserInnen leicht zum Durchdrehen: Weihnachtslieder einstudieren, Weihnachtsgeschenke basteln, Weihnachtsgeschichten vorlesen, Weihnachtsgedichte lernen, Weihnachtsauftritte organisieren, gemeinschaftliches Weihnachtskochen bei Müllers, Weihnachtsbacken bei Meiers, „Wir basteln ein Geschenk für die Eltern“ (aber bitte den leeren Sack morgen wieder mitbringen). Unser Sohnemann schenkte uns übrigens über seine Kita einen Apfel, zwei Nüsse und etwas undefinierbar Gebasteltes. Das Geschenk unserer Tochter ist noch verpackt und darf erst am 24.12. geöffnet werden (wo liegt es denn noch gleich?). Im Ergebnis Kinder, deren zerrüttete Seelen wir Eltern über die Festtage wieder zusammenkitten dürfen.

Striezelmarkt in Dresden

So, duuuurchaaaatmen, das alles wiederholt sich schließlich jedes Jahr und so wird es – sollte nicht der Weihnachtsmann in allernächster Zeit mal als strammer Traditionalist enttarnt und beseitigt werden – auch bleiben.

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So, an alle Marketingexperten und Werbewurfzettel-Ersteller da draußen: Ich hätte gerne viel mehr konsumiert. Doch nun, so kurz vor dem tatsächlichen Weihnachtsfest, bin ich einfach weihnachtskonsumgesättigt und fertig. Stollengeruch erzeugt bei mir mittlerweile temporäre Übelkeit und die Weihnachtsmannfresse auf Euren diversen Werbeblättchen nebst Dialogpost kann ich nicht mehr sehen.

… funktioniert auch zu Weihnachten nicht.

Die Tage mit meiner Familie mache ich mir so schön wie immer, wie das ganze Jahr über.

Besinnliche Weihnacht!

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