Jahresrückblick (auch) in Bildern

2018, ein Jahr wie jedes andere? Klar doch. Oder auch nicht. Auch in diesem Jahr drückte irgendwo immer des Volkes Schuh und wenn es wehtat, waren es, na? Die Rechten, logisch. So einfach ist die Welt. Dabei wabern doch immer neue Reglementierungsideen durch Teutonien und versuchen, uns endlich zu „guten“ Menschen zu machen. Gendergaga, Fahrverbote und die drohende Feinstaubgefahr durch Silvesterböller zeigen krass die Abkehr vom Wesentlichen. Dabei gäbe Einiges zu beackern. Wie wäre es mit …. Wohnungsnot und Mietenwahnsinn, fehlenden Kitaplätzen oder mal einer richtigen Bundeswehr? Deutschland täte gut daran, sich zu besinnen und nebenbei vor der eigenen Haustüre zu kehren. Na, was nicht ist …

„Willkommen im Wach“ und unmittelbar daneben sucht Maschmeyer den besten Gründer Deutschlands. Wenn das mal kein Ansporn für den nachdenklich schlurfenden jungen Mann ist, der tatsächlich meint, ausschließlich mit frischen Brötchen gut in den Tag zu starten. Lächerlich! Also Fritz-Kola schnappen, Ärmel hochkrempeln und los gehts. Tschakka.

Obwohl die uns umgebende Welt eigentlich immer tropischer werden sollte, überraschte mich auf Rügen Ende Februar ein heftiger Wintereinbruch. Schneetreiben ohne Ende und echt kalt an der Ostsee. Schnee, Glätte und ein überforderter Straßendienst, der möglicherweise zu diesem Zeitpunkt schon sämtliche Schneeschieber auf Weisung entsorgt hatte. Wird ja auch wärmer.

Slubice, seit Ende des 2. Weltkrieges polnisch, war einst ein Stadtteil Frankfurts an der Oder. Wer heute in die ehemalige „Dammvorstadt“ fährt, tut dies sehr oft wegen des „Polenmarktes“, der sich auf einem riesigen Areal ausbreitet und manches Schnäppchen, aber noch sehr viel mehr Unnützes anbietet.

Feuerwehrdemo mit Mahnwache „Berlin brennt“ vor dem Roten Rathaus. Es geht unter anderem um Auszahlung der Überstunden, neue Stellen und Modernisierung des Fuhrparks. Und tatsächlich wird auch bei der Feuerwehr am falschen Ende gespart. In Berlin rücken die Freunde der roten Zunft gefühlt dauernd aus, möglicherweise ist das dem Senat allerdings nicht wichtig genug. Gibt ja andere Themen.

Längst haben Frauen auch in ehemaligen Männerdomänen den Helm auf: Etwa diese junge Dame, die ich in preußischen Wäldern zusammen mit ihrer Motorsäge fand. Kein Baum, der zu groß war für sie. Als ich die Fotoserie schließlich im Kasten hatte, bequemte ich mich an jenem Tag nach Hause, um meinem Jüngsten den Mittagsbrei zu verabreichen. So ändern sich die Zeiten.

„Ostermarkt“ auf dem Alex, ein ganz besonderer Höhepunkt. Und ein äußerst kultivierter dazu. Viele Menschen aus aller Welt treten sich um einen der begehrten Sitzplätze in Grund und Boden und der Lautstärkepegel erinnert eher an eine Marktschreier-Weltmeisterschaft. Vom Osterhasen keine Spur, aber das ist einem schon nach der ersten halben Stunde Durchhalten scheißegal.

Die „Wagenburg“ in der Berliner Wuhlheide. Vor allem die Linke vor Ort war immer stolz auf die Selbstorganisation des Areals. Warum eigentlich? Wegen der verbeulten Drogengesichter einiger Bewohner, die mir in aller Frühe im Wald entgegenkamen? Der freilaufenden Hunde wegen? Aufgrund der meist osteuropäischen Sprachenvielfalt, die man beim illegalen Baumfällen vernehmen konnte? Oder einfach wegen der Partylautstärke, die womöglich selbst den letzten Vogel vom Baum fallen ließ?

Das Mensch heutzutage immer noch einen Furz draufsetzend und nicht einfach erfolgreich, sondern megaerfolgreich ist, kann man sogar auf YouTube sehen. Nur so ist mir die Sauerstoffmaske des Fußballers erklärbar, der in Köpenick seine Runden dreht. Ob Union mit dieser Trainingsmethode allerdings jemals aufsteigen wird, bleibt unklar.

Eine schöne Straßenszene in Leipzig, eher beiläufig festgehalten. Und gerade diese ungeplanten, ungestellten Aufnahmen sind es, die manchmal erst in der näheren Betrachtung interessant werden. Aus „datenschutzrechtlichen“ Sinnfreigründen momentan recht heikel – so unverpixelt und ohne schwarzen Balken. Dennoch: Es lebe die Streetfotografie!

Augen auf im Park! Denn es ist gut möglich, dass man eine längst verdrängte, eingeritzte Inschrift wiederfindet, die einst einer Liebsten gewidmet war. Hat man einmal einen Blick dafür entwickelt, finden sich diese Botschaften überall in den Berliner Parks. Auf dem Foto ein ungelöster Liebesfall aus dem Jahre 2001. Aber auch „Renate 1968“ konnte ich schon entdecken.

Landleben. Am frühen Morgen mit dem Hund aufs Feld und gemeinsam mit dem Tag erwachen. Das ist Landleben! Zu dieser Zeit strampelt sich schon halb Berlin auf Achse und schwitzt in der Bahn. Zwar darf ich dann auch in die Hauptstadt, doch vorher gibt es – ganz entspannt versteht sich – ein gutes Frühstück.

Schweden – mein früher Traum von unberührter Natur. Im Laufe der Jahre haben sich nach und nach immer mehr Gründe ergeben, dieses Land schätzen und lieben zu lernen. Unter anderem Zurückhaltung und Entschleunigung. Sehr sympathisch. Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Für einen Berliner eine schlimme Erfahrung. Und natürlich Wald und Wasser bis zum Abwinken.

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